Möbeltresor, Wandtresor oder Standtresor?

Hoteltresor im Schrank
senkaya © 123RF.com
Möbeltresore lassen sich zwar gut verstecken, allerdings gibt es viele, die nicht sicher sind

Ein Tresor muss her! Nur: welcher ist für meine Zwecke am besten geeignet? Und welcher ist am sichersten?

Vor einer Entscheidung sollten Sie sich zunächst überlegen, wie groß der Safe sein muss und wie hoch er versichert werden soll. Beim Tresorkauf helfen diese sechs Fragen, um eine  Vorauswahl zu treffen. Um die Entscheidung noch ein bisschen leichter zu machen, sollten Sie zwei grundsätzliche Gedanken im Hinterkopf behalten:

Billig oder sicher?

Bei Tresoren gilt „wer billig kauft, kauft zweimal“ gleich in mehrfacher Hinsicht: wird er aufgebrochen, sind die Wertsachen weg und ein neuer Safe ist auch fällig (diesmal hoffentlich ein besserer). Für den Laien ist es allerdings sehr schwierig, die objektive Sicherheit eines Tresors zu beurteilen.

In Baumärkten und im Internet kann man schon für unter 50 Euro kleine Tresore kaufen. Dabei wird oft mit irreführenden Aussagen geworben, um Sicherheit zu suggerieren: absatzweise technische Details, veraltete Normen (Stufen A / B), nichtssagende Formulierungen zur Feuerfestigkeit, zur Versicherbarkeit und dergleichen mehr.

Hier ist Vorsicht geboten!

Die meisten dieser vermeintlich günstigen Safes sind mehr Schein als Sein. Deutlicher gesagt, gibt es unter den Möbeltresoren – besonders im Niedrigpreis Bereich – sehr viele, die einfach nichts taugen. In einem unabhängigen Tresor Test fielen 75% durch. Filme darüber, wie einfach es ist billige Tresore zu öffnen, finden sich im Internet zuhauf.

Um nicht aus eigenem Schaden klug werden zu müssen, hilft es beim Kauf vor allem zwei goldene Regeln im Kopf zu haben:

  1. Nur von der VdS Schadenverhütung GmbH (VdS) oder vom European Certification Body (ECB-S) zertifizierte Safes sind geprüft sicher. Die Zertifizierung wird durch eine Plakette auf der Tür-Rückseite nachgewiesen. Neben anderen Daten, wird hier die Sicherheitsstufe bescheinigt.
  2. Tresore mit zertifizierter Sicherheitsstufe (mindestens S1 oder höher) und elektronischem Zahlenschloss sind selten unter 200 Euro zu haben (von Sonderangeboten mal abgesehen). Oder umgekehrt: wenn ein Metallkasten als „Möbeltresor“ (neu) für unter 100 Euro angeboten wird, dann am besten weitersuchen. Denn sollten Sie tatsächlich Opfer eines Einbruchs werden, werden Sie mit diesem sogenannten „Tresor“ aller Wahrscheinlichkeit nach nicht glücklich!

In diesem Image Film eines namhaften Tresorherstellers, wird an Modellen der Billigkonkurrenz gezeigt, wie schnell sich manche dieser sogenannten Tresore von den Experten der VdS öffnen lassen:


Image Film von Burg-Wächter

Hier können Sie Möbeltresore mit verschiedenen Sicherheitsstufen auf Amazon vergleichen.*

Ein Wort der Warnung zu den Stufen A und B

Im Internet gibt es immer wieder Tresore der Sicherheitsstufe A oder B. Diese sind veraltet und als nicht sicher anzusehen. Diese Einstufungen sind nicht zu empfehlen.

Die schmerzliche Erfahrung musste auch dieser Kunde machen, der nach einem Diebstahl von 37.000 Euro, von seiner Hausratversicherung lediglich 3.000 Euro Schadenersatz erhielt, obwohl das Geld zur Zeit des Einbruchs im Tresor lag. Die Richter, die diesen Fall zu verhandeln hatten, sagten zur Begründung , dass die Sicherheitsstufe B nicht als sicher anerkannt ist.

Als Waffenschränke sind die Stufen A und B allerdings derzeit noch zugelassen.

Wie sicher sind  Möbeltresore?

Möbeltresore sind im Prinzip freistehende, kleine Tresore, die so kompakt gebaut sind, dass sie sich für den Einbau in Möbelstücke eignen. Wegen der geringen Größe werden sie manchmal als Klein- oder Mini-Tresor verkauft. Sie eignen sich vor allem für Haushalte oder kleine Unternehmen, die eine überschaubare Anzahl verschiedener Wertgegenstände, Bargeld und eventuell Dokumente vor Gelegenheitsdieben schützen wollen.

Was den Widerstandsgrad (=Aufbruchwiderstand) angeht, stellt man schnell fest, dass bei den meisten Händlern Möbeltresore nur bis Sicherheitsstufe I erhältlich sind, was einer maximalen Versicherungssumme von 65.000 Euro entspricht (privat). Darüber sollte man sich einen Standtresor kaufen.

Und auch was den Feuerschutz angeht, ist die Auswahl bei den Möbelsafes eingeschränkt. Es gibt zwar einige, die Brandschutz zertifiziert sind, allerdings geht das selten über LFS60 hinaus („Leichter Feuerschutz 60 Minuten für Papier“), d.h. Papier ist bis zu einer Stunde geschützt. Wenn also beispielsweise Datenträger oder Belege auf Thermopapier gesichert werden sollen, dann ist diese Feuerschutzklasse nicht ausreichend, da es im Brandfall im Inneren bis zu 170 °C heiß werden kann. Besseren Brandschutz bieten Feuerschutztresore.

Hinweise zum Einbau von Möbeltresoren

Die geringe Größe und das vergleichsweise niedrige Gewicht von oftmals weit unter 100 kg, können Schranktresoren schnell zum Verhängnis werden. Es ist durchaus keine Seltenheit, dass bei einem Einbruch versucht wird den gesamten Safe wegzutragen, um ihn später an einem sicheren Ort aufzubrechen.

Damit das nicht passiert, muss er sachgerecht installiert werden. Der VdS empfiehlt ausdrücklich, Tresore von unter 1000 kg Gewicht generell, gemäß der Montageanweisung des Herstellers, entweder im Boden oder in der Wand zu verankern. Dies ist notwendig, da davon die getestete Sicherheitsstufe abhängt und es von den Versicherern zur Bedingung gemacht wird.

Der Befestigungsuntergrund ist entscheidend

Eine bloße Verschraubung des Tresors mit dem Schrankboden, ist unzureichend. Der Tresor wäre innerhalb kürzester Zeit vom Schrank losgehebelt. Der Safe sollte mit den mitgelieferten (d.h. zertifizierten) Schwerlastankern in der Mauer hinter dem Schrank bzw. im Fußboden befestigt sein. Dabei sollte die Befestigung im tragenden Beton geschehen. Die Rückwand, respektive der Boden des Schrankes muss dementsprechend vorbereitet sein. D.h. eine Aussparung in Größe des Tresors sollte zu diesem Zweck ausgesägt sein.

Die Sicherheit der Verankerung hängt wesentlich von der Beschaffenheit der Wand/ des Fußbodens ab! Nur wenn Wand bzw. Boden solide gebaut sind, können die Dübel Halt finden. Es bringt zum Beispiel nichts, den Safe mit Schwerlastdübeln in einer Rigips Wand oder nur im Estrich zu befestigen.

Tresore sind mit Bohrungen für die Montage vorgerüstet. Beim Kauf darauf achten, ob die Bohrungen in der Rückwand oder im Boden angebracht sind. Manchmal gibt es die Option, zusätzliche Bohrungen zu bestellen. Dies ist durchaus eine Überlegung wert. Der Safe kann dann gleichzeitig an der Wand und am Boden verankert werden. Doppelt hält besser! Zudem ist man flexibler, wenn der Tresor an einem anderen Ort installiert werden soll, beispielsweise nach einem Umzug.

Wer montiert den Tresor?

Die Befestigung kann selbst ausgeführt werden, die Schwerlastanker dafür und die Anleitung werden bei zertifizierten Safes mitgeliefert. Sie sollten beim Einbau darauf achten, dass keine Lücken zwischen Wand und Tresor bleiben, um keine Angriffspunkte für Hebel (z.B. Brechstange) zu bieten. Wenn der Safe auf dem Boden stehen soll, muss gegebenenfalls die Teppichleiste ausgesägt werden, damit kein Zwischenraum entsteht. Wenn möglich, empfiehlt es sich den Safe in einer Ecke zu montieren, damit Hebelangriffe zusätzlich erschwert werden. Hier sollten Sie ebenfalls auf lückenlosen Einbau achten! Weiteres zur Befestigung von Tresoren finden Sie hier.

Im Zweifel vom Fachmann installieren lassen

Falls man seinen handwerklichen Fähigkeiten nicht 100%-ig vertraut, kann man den Tresor auch vom Experten montieren lassen. Viele Händler bieten den Einbau als extra Service an. Zusätzlicher Vorteil dabei: man bekommt einen Nachweis über die fachgerechte Installation.

Worauf man bei Möbeltresoren achten sollte

  • Platzverhältnisse am Aufstellort und Tresormaße

    Moebeltresor Tuer 90° geoeffnet
    bannerwega © 123RF.com
    Möbeltresore: bei der Wahl des Einbauortes gibt es einiges zu bedenken

    Ein Möbeltresor sollte in einer Höhe angebracht werden, dass er einigermaßen bequem zu benutzen ist, z.B. nicht zu niedrig, sodass man sich nicht zu weit bücken muss. Ebenfalls sollte er nicht so gut versteckt sein, dass es für die tägliche Nutzung zu unpraktisch ist – beispielsweise auf dem Speicher. Naturgemäß ist die Auswahl an verschiedenen Größen bei diesem Typ eher eingeschränkt. Vor allem in der Tiefe haben Möbeltresore nicht viel Spielraum, da sie in gängige Schrank- und Regalformate passen müssen. Dafür gibt es bei manchen Modellreihen verschiedene Optionen in der Breite und Höhe. Man sollte bei diesen „kompakten“ sehr genau die Platzverhältnisse am Aufstellort sowie die Maße des Safes, innen und außen, bedenken.

    Zu berücksichtigen ist außerdem, dass Türbeschläge oder ein Zahlenschloss den Safe noch ein paar Zentimeter tiefer machen können. Dies muss bedacht werden, damit sich der Schrank nach dem Einbau noch schließen lässt. Manche Händler machen bei den technischen Spezifikationen Angaben über die Maße eventuell überstehender Beschläge. Falls nicht, sollten Sie im Zweifelsfall danach fragen.

    Um Platz zu sparen, sind bei vielen Möbeltresoren die Beschläge im Türblatt versenkt. Achtung: um mechanische Zahlenkombinationsschlösser, die im Türblatt eingelassen sind, zu bedienen, bedarf es einigen Fingerspitzengefühls. Besonders für Menschen mit eingeschränkter Fingerfertigkeit oder Sehstärke oder mit größeren Händen kann es schwierig sein, die Kombination exakt einzustellen, was im täglichen Gebrauch den Nutzungskomfort deutlich einschränkt.

  • Türöffnungswinkel und -anschlag

    Bei den meisten Möbelsafes lässt sich die Tür aufgrund der innen liegenden Türbänder (Scharniere) maximal 90° öffnen. Wird er in einen Schrank oder eine Zimmerecke eingebaut, sollte außerdem berücksichtigt werden, dass Beschläge an der Außenseite der Tür oder auch ein steckender Schlüssel, diesen Öffnungswinkel soweit verringern können, dass die Entnahme von sperrigen Gegenständen, z.B. eines Laptops, nur mit einigem Manövrieren möglich ist. Dies sollte beim Türanschlag bedacht werden, damit eine unkomplizierte Nutzung möglich ist. Bei manchen Herstellern und Modellen kann der Türanschlag ohne Aufpreis gewählt werden.

  • Auf die Türdurchgangsmaße achten!

    Konstruktionsbedingt ist es bei Möbeltresoren oft so, dass die Türöffnung kleiner ist als das Innere. Im Klartext: oftmals ist die Türdurchgangsbreite und -höhe geringer als die nutzbare Breite bzw. Höhe im Inneren.

    Was sich zunächst banal anhört, hat aber einen oftmals übersehenen Nebeneffekt: größere Gegenstände, wie Dokumentenordner oder Laptop, passen im ungünstigsten Fall nicht durch die Tür, obwohl die Innenmaße ausreichend Platz bieten. Beim Kauf also darauf achten, ob die Türdurchgangsmaße ausreichend groß sind, wenn größere Gegenstände verwahrt werden sollen.

Möbeltresore: praktisch, mit Einschränkungen

Vor- und Nachteile von Möbeltresoren

+ klein und unauffällig, kann ohne großen Aufwand auch nachträglich eingebaut werden
+ kann bei Umzug mitgenommen werden

vergleichsweise kleines Volumen
nur relativ niedrige Sicherheitsstufen (selten höher als I), d.h. Versicherungseinstufungen
begrenzter Feuerschutz; i.d.R. nur leichter Feuerschutz

Möbeltresore sind gute Allzwecktresore und bieten eine gute „Grundsicherheit“ für private Nutzer oder Kleinbetriebe. Wichtig ist, dass Sie auf die Zertifizierung achten – für die Aufbruchsicherheit und ggf. für den Feuerschutz.
Der Nachteil ist, dass die Auswahl eingeschränkt ist, was die Größe (Volumen) angeht, die Höhe der Versicherungssumme oder den Feuerschutz. Hier sollten Sie genau hinsehen (und ggf. lieber zweimal nachmessen) und im Hinblick auf die Zukunft überlegen, ob und wie lange ein Möbelsafe den eigenen Ansprüchen gerecht wird.

Wenn er zum jetzigen Zeitpunkt schon mit „Ach und Krach“ ausreicht – ob in Bezug auf Volumen, Deckungssumme oder Brandschutz – sollten Sie sich unter Umständen bei den freistehenden Wertschutzschränken oder Feuerschutztresoren orientieren. Unter den Wertschutzschränken (ab Widerstandsgrad 0/N) sind schon relativ kompakte Modelle erhältlich. Diese kosten zwar etwas mehr, aber – wenn richtig gewählt – muss man sich ja auch nur einmal im Leben einen Tresor anschaffen. Hier können Sie Wertschutzschränke in verschieden Größen und Widerstandsgraden auf Amazon vergleichen.*

Wandtresore: „unsichtbar“ aber unflexibel

Vor- und Nachteile von Wandtresoren (im Fachjargon Einmauertresor):

Wandtresor hinter Bild
mariakraynova © 123RF.com
Hinter einem Bild wird der Wandtresor nahezu unsichtbar

+ „unsichtbar“ – Schlösser sind fast immer im Türblatt versenkt, dadurch ist die
Kaschierung durch Gemälde oder andere Wanddekoration möglich
+ platzsparend

hoher Einbauaufwand
geringes Volumen
ortsfest, kann nur unter großem Aufwand umgezogen werden
relativ niedrige Sicherheitsstufen

Noch besser „getarnt“ als ein Möbeltresor ist der Wandsafe. Er wird in eine Wand eingesetzt und von fünf Seiten einbetoniert. Um die zertifizierte Sicherheitsstufe zu erreichen ist es notwendig, dass der Tresor von mindestens 10 cm Stahlbeton auf jeder Seite, außer der Türseite, umgeben ist. Daher ist darauf zu achten, dass die vorgesehene Wand ausreichend dick ist. Die Wände in vielen Wohnungen beispielsweise sind für einen Einbau zu dünn.

Aufgrund des hohen Aufwands bei der Installation, sowie der Ortsgebundenheit, ist diese Art Tresor generell eher schlecht geeignet für Mietwohnungen. Am unkompliziertesten ist der Einbau, wenn er schon beim Neubau eines Hauses eingeplant wird. Ein nachträgliches Einsetzen in eine bestehende Wand ist jedoch möglich. Aufgrund des vergleichsweise hohen Aufwands, sollten Sie bei der Anschaffung eines Wandtresors außer dem Kaufpreis auch die Installationskosten einkalkulieren.

Wandsafes sind bei den meisten Händlern bis maximal Sicherheitsstufe I erhältlich, daher sollte man überlegen, ob die damit einhergehende Versicherungshöhe ausreichend ist. Nicht nur für die aktuellen Werte, sondern ebenso für eventuelle Wertzuwächse in der Zukunft. Und auch was die nutzbare Tiefe im Innenraum angeht, ist die Auswahl bei den Einmauertresoren naturgemäß beschränkt.

Wandtresore eignen sich vor allem für „sesshafte“ Wohn-, bzw. Büroeigentümer, die nicht vorhaben umzuziehen. Der größte Trumpf des Wandtresors ist, dass er so gut wie unsichtbar ist. Und ein Safe der nicht gefunden wird, wird auch nicht aufgebrochen. Allerdings hat man dieselben Einschränkungen wie schon beim Möbeltresor: niedrige Sicherheitsstufen und Brandschutzklassen. Dazu kommt noch der nicht unerhebliche Einbauaufwand (und die damit verbundenen Kosten) und die enorme Inflexibilität. Sollte man tatsächlich einmal die Einrichtung verändern wollen oder gar umziehen, wird das ziemlich aufwendig und damit teuer.

Hier können Sie Wandtresore mit verschiedenen Sicherheitsstufen auf Amazon vergleichen.*

Als eine andere, „besondere“, Form der Einmauertresore, bieten viele Händler Bodentresore an. Diese haben im Wesentlichen die gleichen Vor- und Nachteile wie Wandsafes und unterscheiden sich vor allem dadurch, dass sie für den Einbau in den Fußboden konzipiert sind.

Standtresore: guter Schutz dank hoher Widerstandsgrade

Sie sind wohl die Königsklasse unter den Tresoren. Geht es darum unwiederbringliche Sachwerte, sperrigere Gegenstände oder Dokumente zu verschließen oder wenn höhere Deckungssummen angestrebt werden, ist ein freistehender Wertschutzschrank eine gute Wahl. Bei der Größe – und somit dem Innenvolumen – gibt es kaum Einschränkungen und sie sind bis Sicherheitsstufe VI KB erhältlich (Versicherung privat über 400.000 Euro).

Vor- und Nachteile von freistehenden Tresoren:

+ keine Einschränkungen der Nutzungsmaße, außer durch die Gegebenheiten am Aufstellort
+ kann umgezogen werden, Vorteil besonders bei gemieteten Räumen
+ höhere Sicherheitsstufen möglich (bis VI KB)

nimmt relativ viel Fläche / Stellplatz ein
kaum möglich zu verstecken
kosten mehr als Möbel- oder Wandtresore
braucht professionellen Dienstleister um Tresor zu bewegen, wegen des hohen Gewichts

Es gibt zwar kompakte Standtresore, die noch in Schränken versteckt werden können, mehrheitlich jedoch sind sie aufgrund ihrer Größe kaum zu verbergen und werden so zum Einrichtungsgegenstand, d.h. sie brauchen ihre eigene Stellfläche.

Bis 1000 kg Leergewicht werden sie mit Schwerlastdübeln im Boden – und ggf. zusätzlich in der Wand – verankert. Diese Empfehlung gilt hier aus zwei Gründen: zum einen als Schutz gegen Abtransport, zum anderen um die Kippstabilität zu erhöhen. Die Türen haben nämlich einen erheblichen Anteil am Gewicht und können den Safe in geöffnetem Zustand türlastig machen.

Bei der Befestigung ist auf die Eignung des Bodens zu achten – beispielsweise ob darunter eine Fußbodenheizung verlegt ist. Aufgrund des hohen Eigengewichts dieser Tresore sollte man unbedingt die statische Belastbarkeit des Bodens in Erfahrung zu bringen – nicht nur am Aufstellort, sondern auch auf dem gesamten Transportweg dahin. Vor allem Treppen und Aufzüge können hier zum Problem werden.

Bei Wertschutzschränken empfiehlt es sich, sie vom Fachmann liefern und installieren zu lassen. Mehrere hundert Kilo Stahl und Beton bewegt man nicht mal eben so. Viele Händler beauftragen Spezialisten mit der Lieferung. Aufpassen: Die Standard-Lieferbedingungen sind meist „frei Bordsteinkante“, d.h. der Tresor wird an der Haustür übergeben. Der Transport an den eigentlichen Aufstellort und über Stufen ist nicht inklusive. Das Vertragen im Haus wird aber oft als Zusatzdienstleistung angeboten. Ebenso die fachgerechte Verankerung am Aufstellort.

Konstruktionsbedingt ist der Türöffnungswinkel zumeist 180°, was die Nutzung für sperrige Wertgegenstände komfortabler macht. Im Gegensatz zum Wandsafe sind freistehende Modelle besser „umziehbar“, was vor allem bei gemieteten Privat- oder Geschäftsräumen ein großer Vorteil ist.

Auch Wertschutzschränke mit hohem Widerstandsgrad bieten nicht automatisch einen hohen Feuerschutz! Unbedingt auf die entsprechende Plakette achten. Wird eine höhere Brandschutzklasse benötigt, sollten Sie sich eher bei den Feuerschutztresoren orientieren.

Welcher ist der richtige Tresor für mich?

In vielen Fällen reicht vom Volumenbedarf her ein mittelgroßer Möbeltresor (oder Wandsafe) aus. Sollte die Versicherungssumme nicht ausreichend sein, kann sie zumeist durch Einbau einer Einbruchmeldeanlage (EMA; nur möglich bei entsprechend vorgerichteten Tresoren) verdoppelt werden – unbedingt mit dem Versicherer vorher abklären.

Eine EMA erhöht allerdings nicht den tatsächlichen Widerstandsgrad. Sollen unwiederbringliche Sachwerte geschützt werden, die nicht durch Geld ersetzt werden können, sollten Sie höhere Sicherheitsgrade in Erwägung ziehen. Wertschutzschränke sind da eine gute Wahl, da sie auch schon mit relativ kompakten Abmessungen erhältlich sind. Größere Modelle dagegen bieten auch für künftige wertvolle Anschaffungen genügend Platz.

Eine Vorauswahl verschiedener sicherer Möbeltresore, Wandsafes und Wertschutzschränke mit Preisvergleich ist derzeit in Arbeit.

Kommen Sie bald wieder vorbei! Vergessen Sie nicht, diese Seite zu Ihren Lesezeichen / Favoriten hinzuzufügen!