Wie findet man einen sicheren Tresor?

Tresore gestapelt bei einer Verkaufsmesse in Hong Kong
©Hungkloodtaoucoltm
Die Qual der (Tresor-)Wahl

Will man sich einen Tresor kaufen, hat man die Qual der Wahl.

Wie groß soll er sein? Welches Schloss? Woher weiß ich, ob der sicher ist?

Das Angebot ist riesig und unübersichtlich und bei den unzähligen technischen Details ist schwer zu sagen, was davon wichtig ist und was nicht. Um Ihnen die Entscheidung zu erleichtern, erfahren Sie hier so kurz wie möglich und so ausführlich wie nötig, wie Sie den besten Tresor für zuhause finden und welche Geldschränke unsicher sind.

Braucht man überhaupt einen Tresor?

Die Zahl der Einbrüche in privaten Wohnraum ist in den letzten Jahren stetig gestiegen, allein 2015 um fast 10 %. Betrachtet man die Zahlen seit 2009, sogar um fast 47 %! Etwa alle drei Minuten ereignet sich ein Einbruch in Deutschland.

Grafik Entwicklung der Einbruchszahlen 2009-2015

(Quelle der Daten: PKS Bundeskriminalamt , PKS 2009-2015 ; dl-de/by-2-0 )

Und auch (Wohnungs-)Brände sind nicht so selten , wie man gerne glauben möchte. Bargeld, Urkunden, wichtige Dokumente, Verträge, Briefmarkensammlungen, ebenso wie Datenträger und unwiederbringliche Familienfotos wären im Brandfall verloren. Wenn es darum geht, unersetzliche Werte zu erhalten sollten Sie neben der Aufbruchsicherheit daher auf den Feuerschutz achten. Denn nicht jeder einbruchssichere Geldschrank bietet Brandschutz!

Schutz vor Diebstahl und Brand – für den Kauf eines Safes sprechen gute Gründe. Praktischerweise werden im Internet und in Baumärkten kleine, günstige Exemplare zuhauf angeboten – die billigsten schon für unter 50 Euro.

VORSICHT: Viele dieser kleinen „Tresore“ halten Einbruchversuchen nicht stand.

Tresor Test: viele unsichere Produkte auf dem Markt

Tatsächlich sind die meisten dieser Billigmodelle nicht viel mehr als teure Spardosen. So kam die Stiftung Warentest, bzw. deren Schweizer Partnerorganisation Saldo, zu einem beunruhigenden Ergebnis . Nur zwei der zwölf getesteten Kleintresore konnten die Noten „gut“ bzw. „sehr gut“ verliehen werden. Alle anderen waren innerhalb kurzer Zeit aufgebrochen – und das zum Teil mit einfachstem Werkzeug.

Dieser Beitrag des Schweizer Fernsehens zeigt wie erschreckend einfach sich manche dieser sogenannten „Tresore“ knacken ließen:


Sendung Kassensturz des SRF; Beitrag Tresor-Test ab Minute 25:20.
Die gesamte Startaufstellung des Tests finden Sie hier: https://www.srf.ch

Testsieger („sehr gut“) war dieser Möbeltresor von Burg-Wächter:

  • Sicherheitsstufe S2, zertifiziert durch ECB-S/VdS
  • Versicherungssumme privat bis 20.000 Euro
  • elektronisches Zahlenschloss
  • Feuerschutzklasse LFS30P
    (=Brandschutz für Papiere bis zu 30 Minuten;
    Nicht für Datenträger geeignet!)
  • In der kleinsten Ausführung (CL10E) betragen die Außenmaße 320 x 435 x 380 mm (HxBxT), die Türdurchgangsmaße 205 x 265 (HxB)
    (zur Veranschaulichung: DIN A4 Format misst 210 x 297 mm)
  • Das größte Modell dieser Reihe (CL40E) bietet mit 560 x 495 x 445 mm (HxBxT), Tür 445 x 325 (HxB) dagegen auch für Aktenordner genug Platz

Auf Amazon können Sie den Testsieger in verschiedenen Größen günstig online bestellen.*

Wer sich keine Zahlenkombination merken will, für den gibt es den CL10E, sowie den größeren CL40E, jetzt auch mit Fingerabdruckleser. Hier können Sie den Möbeltresor mit Fingerprint-Schloss online kaufen* bei Amazon.

Klar! Jeder liebt Schnäppchen. Aber bei der Anschaffung eines Tresors sollte man sich nicht allein von den Kosten leiten lassen. Das ist eine Investition in den Schutz wichtiger und wertvoller Gegenstände und Unterlagen, die eigentlich nur einmal im Leben anfällt – wenn man beim ersten Mal den richtigen kauft! Bedenken Sie, ob die Wertsachen, die Sie schützen möchten, ersetzbar sind oder nicht. Wenn Bargeld gestohlen wird, ist das zwar ärgerlich, aber ersetzbar. Wenn dagegen antiker Schmuck oder eine vererbte Uhr gestohlen wird, dann ist nicht nur der materielle Wert verloren, sondern auch der ideelle. Bei der Anschaffung eines Safes zu sparen, ist daher meist am falschen Ende gespart.
Echte Sicherheit, mit geprüftem Schutz gegen Aufbruch und ggf. Feuer ist für unter 100 Euro nicht zu haben. Je zuverlässiger ein Stahlbehälter vor äußeren Einflüssen schützen soll, desto mehr und desto hochwertigere Materialien müssen aufgewendet werden, und desto mehr kostet der fertige Tresor. (mehr zur Konstruktionsweise  von Tresoren) Dementsprechend steigt mit zunehmender Sicherheitsstufe bzw. Feuerschutzklasse der Preis. Im Umkehrschluss heißt das: Billige Tresore sind selten sicher! Lieber die Finger davon lassen!

Und jetzt die gute Nachricht:

Sicherheit für billig gibt es zwar leider nicht (bisher jedenfalls). Allerdings gibt es bereits relativ günstige Tresore mit geprüfter Sicherheit. Ab ca. 200–300 Euro sind kleine Tresore erhältlich, die nachweislich Sicherheitstests bestanden haben.

Wie erkennt man einen sicheren Tresor?

Tatsache ist, dass es für den Laien nahezu unmöglich ist, die objektive Sicherheit eines Tresors zu beurteilen. Man sollte sich bei der Entscheidung nicht von Aufzählungen technischer Details, solidem Aussehen oder gar Kunden-Bewertungen im Internet blenden lassen. Zum Glück gibt es einen einfachen Weg die Sicherheit einzuschätzen: wirklich sichere Tresore werden von unabhängigen Instituten geprüft und zertifiziert. Der Grad der Sicherheit wird durch eine Zertifizierungsplakette auf der Innenseite der Tresortür ausgewiesen. Hier können Sie Tresore verschiedener Größen und Sicherheitsstufen auf Amazon vergleichen.* Neben der Sicherheitsstufe gibt es noch eine Reihe weiterer Überlegungen, die Sie vor dem Kauf bedenken sollten.

6 Punkte, die Sie beim Kauf eines Tresors beachten sollten

  1. Größe (Volumen): Was soll im Tresor geschützt werden? weiter>>
  2. Aufstellort: Je nach vorgesehenem Aufstellort, kommen verschiedene Safe Typen in Frage, etwa ein Wandsafe oder ein Möbeltresor. weiter>>
  3. Sicherheitsstufe / Versicherungshöhe: Je größer die Sicherheitsstufe, desto höher die mögliche Versicherungssumme weiter>>
  4. Feuerschutz: Soll der Inhalt gegen Feuer geschützt sein? weiter>>
  5. Gesetzliche Vorgaben: Für manche Fälle gibt es gesetzliche Vorgaben für die Wahl des Tresors (etwa nach WaffG oder BtmG) weiter>>
  6. Tresorschloss: Elektronisches oder mechanisches Zahlenschloss oder lieber Schlüssel? weiter>>

1. Größe / Volumen

Die benötigte Größe hängt im Wesentlichen davon ab, was in dem Tresor gesichert werden soll. Bargeld, Schmuck oder wichtige Unterlagen kommen einem dabei meist zuerst in den Sinn. An manche Sachwerte denkt man dagegen vielleicht überhaupt nicht: Laptop, Spiegelreflexkamera, teure Markenhandtaschen, Automatikuhr(-en) mit Uhrenbeweger, Münzsammlungen und vieles mehr.

Bedenken Sie, dass der Platzbedarf im Laufe der Zeit vermutlich eher ansteigen wird, z.B. durch Zukauf zu bestehenden Sammlungen, steigende Anzahl wichtiger Dokumente, Schmuck oder mehr und teurere digitale Geräte im Haushalt. Kurz, Sie sollten erwägen, den Safe etwas größer zu kaufen als er derzeit benötigt wird, um nicht in ein paar Jahren wieder einen neuen kaufen zu müssen. Experten raten zum aktuellen Volumenbedarf mindestens ein Viertel bis ein Drittel als Reserve zu addieren. Und auch für die Urlaubszeit ist es gut etwas Platzreserve zu haben für Wertgegenstände, die normalerweise nicht weggeschlossen werden, wie den Laptop beispielsweise.

2. Wo sollte man den Tresor aufstellen und welcher Typ ist geeignet?

Sie sollten möglichst einen Standort auswählen, der nicht sofort einsehbar ist (wie direkt neben dem Fenster im Erdgeschoss). Am sichersten sind Aufbewahrungsorte, von denen keiner weiß. Möbeltresore und Wandtresore sind dafür gemacht, dass man sie gut verstecken kann. Sie haben jedoch auch Nachteile, etwa relativ geringe Volumen oder die begrenzte Auswahl an Sicherheitsstufen. Wandtresore erfordern zudem dicke Wandstärken. Für gemietete Räume sind sie oft ungeeignet, wegen des hohen Einbauaufwands.

Dennoch sollte der Tresor von Einbrechern leicht gefunden werden können (sofern es sich um einen Tresor mit zertifiziertem Widerstandsgrad handelt!), damit sie sich möglichst schnell ausschließlich damit beschäftigen und somit keine Zeit zum Durchwühlen der restlichen Wohnung haben.

Wichtig für die Sicherheit ist zudem eine fachgerechte Verankerung des Tresors im Betonuntergrund. Eine Befestigung nur in einer Leichtbauwand oder im Schrankboden ist nicht ausreichend sicher. Daher sollte bei der Wahl des Ortes darauf geachtet werden, dass entweder Boden oder Wand ein tragender Gebäudeteil sind und dass die Verankerungsbohrungen des Tresors dementsprechend angebracht sind.

Standtresore bieten höhere Sicherheitsstufen und/oder Feuerschutzklassen als Möbel- oder Wandsafes, können dafür aber mehrere Hundert Kilo wiegen. In solchen Fällen muss die Statik und Tragfähigkeit des Aufstellortes berücksichtigt werden. Gleiches gilt für den Zugang zu diesem Aufstellort, etwa Treppen oder Aufzüge. Ist der vorgesehene Ort geeignet und zugänglich? Im Zweifel besser einen Statiker zu Rate ziehen und sich ein schriftliches OK einholen, bevor Sie sich endgültig für einen bestimmten Tresor entscheiden.

Achten Sie auch auf Umgebungstemperatur und -feuchtigkeit. Zu hohe Luftfeuchtigkeit beeinträchtigt auf Dauer den Schließmechanismus, insbesondere bei elektronischen Schlössern. Und auch Dokumente mögen keine zu hohe Feuchtigkeit. Tresore mit Feuerschutz sollten außerdem nicht an zu sonnigen Plätzen stehen, da sonst die Brandschutzisolierung reagieren kann.

3. Welche Sicherheitsstufe / Versicherungshöhe?

Das vielleicht wichtigste Merkmal auf das Sie beim Kauf achten sollten, ist die Sicherheitsstufe des Tresors, die unbedingt von der VdS Schadenverhütung GmbH (VdS) oder vom European Certification Body (ECB-S) zertifiziert sein sollte!

Von der Sicherheitsstufe hängt ab, wie hoch der Safe maximal versicherbar ist. Noch bevor man anfängt Tresore zu vergleichen, sollte mit der Versicherung abgeklärt werden, welche Sicherheitsstufe gefordert ist. Hier sollten Sie ebenfalls für die Zukunft planen. Die Sachwerte werden mit den Jahren wahrscheinlich mehr und somit steigt die benötigte Deckungssumme. Wovon wiederum die geforderte Sicherheitsstufe abhängt. Man sollte also eine (Sicherheits-)Stufe höher als aktuell benötigt ist in Betracht ziehen. Wer zum Beispiel mit dem Gedanken spielt künftig vermehrt in Edelmetalle oder in andere materielle Geldanlagen zu investieren, sollte hier genauer nachrechnen.

Wenn nach einigen Jahren eine höhere Versicherungssumme benötigt wird, kann dies auch durch das Nachrüsten einer Einbruchmeldeanlage (EMA) erreicht werden. Dadurch lässt sich die empfohlene Versicherungssumme verdoppeln. Der Einbau ist allerdings nur bei Tresoren möglich, die entsprechend dafür vorbereitet sind. Plant man also in Zukunft eine EMA einbauen zu lassen, sollte deshalb schon beim Kauf darauf geachtet werden, dass der Safe dafür vorgerüstet ist.

4. Feuerschutz (auch Schutz gegen Ruß und Löschwasser)

Einbruchsicherheit bedeutet nicht automatisch, dass der Tresor auch Feuerschutz bietet! Die meisten zertifizierten Wertschutzschränke sind zwar zu einem gewissen Grad feuerfest. Allerdings sollten Sie überlegen, was in den Safe soll und sich dann die Feuerschutzklassen genau ansehen, die sich stark unterscheiden. Datenträger beispielsweise würden in einem Dokumentenschrank einen Brand nicht überstehen. Besonders für Unternehmer können Dokumente, Belege oder Daten viel Geld wert oder sogar entscheidend für das Fortbestehen der Firma sein. Papier, Faxpapier und Datenträger (z.B. USB-Sticks, CDs etc.) sind unterschiedlich hitzebeständig und haben somit unterschiedliche Ansprüche an den Feuerschutz. Mehr zum Thema feuersichere Tresore

5. Gesetzliche Vorschriften

Ist die Anschaffung eines Tresors möglicherweise gesetzlich vorgeschrieben?
Das ist bei Waffen (Waffenschränke) der Fall oder bei Medikamenten, die unter das Betäubungsmittelgesetz fallen (BTM Tresore). Elektronisch erstellte Dokumente müssen laut Gesetz auf Datenträgern gesichert und aufbewahrt werden – am besten in einem Datensafe. In solchen Fällen sind die Mindestanforderungen für die Aufbewahrung meist gesetzlich vorgeschrieben.

6. Welches Tresorschloss?

Bei den meisten Herstellern kann man zwischen Doppelbartschloss, mechanischem und elektronischem Zahlenkombinationsschloss wählen. Bei VdS / ECB-S getesteten Wertschutzschränken sind immer Hochsicherheitsschlösser eingebaut, das ist Teil der Zertifizierung. In puncto Sicherheit sind die verschiedenen Schlossarten also gleich. Allerdings hat jede ihre eigenen Vor- und Nachteile, die Sie bedenken sollten. Sicherheitsexperten raten meist zu Zahlenschlössern, damit im Falle eines Einbruchs nicht das gesamte Haus verwüstet wird, auf der Suche nach dem Schlüssel. Mehr zu den verschiedenen Arten Tresorschloss.

Wenn man sich diese sechs Aspekte vor der Anschaffung überlegt, lässt sich die Auswahl schon ganz gut eingrenzen. Hat man sich dann entschieden, ob eher ein Möbeltresor, ein freistehender Wertschutzschrank oder ein Feuerschutztresor geeignet ist, kann man anfangen Preise zu vergleichen. Jetzt Tresore verschiedener Sicherheitsstufen auf Amazon ansehen*.

Wie muss ein Tresor verankert werden?

Damit die zertifizierte Sicherheitsstufe tatsächlich erreicht wird, ist zu beachten, dass Tresore bis 1000 kg unbedingt entsprechend den Herstelleranweisungen verankert werden sollten. Aufgrund des relativ geringen Gewichtes könnte sonst einfach der verschlossene Geldschrank gestohlen und später an einem sicheren Ort geöffnet werden. Die Versicherer bestehen außerdem für gewöhnlich auf einen Nachweis, dass der Safe fachgerecht befestigt wurde. Fehlt dieser, kann die Versicherung im Schadensfall die Leistung verweigern. Daher liegen zertifizierten Wertschutzschränken üblicherweise die entsprechenden Dübel und die Montageanleitung bei. Zu beachten ist, dass die Verankerung im festen Betonuntergrund erfolgen sollte. Beim Einbau eines Möbeltresors muss daher ggf. die Schrankrückwand entsprechend vorbereitet werden. Eine bloße Verschraubung mit dem Möbelstück oder im Estrich ist nicht ausreichend sicher.

Generell kann der Einbau selbst gemacht werden. Ist das nicht möglich – z.B. mangels Bohrmaschine – kann man den Tresor vom Fachmann verankern lassen. Viele Händler bieten die Montage vor Ort als Zusatzleistung an. Weitere  wichtige Hinweise für den Tresoreinbau

Also, welcher Tresor ist der Richtige?

Idealerweise sollten Sie einen Tresor wählen, der ausreichend Platz bietet für alle gegenwärtigen und künftigen Wertsachen und wichtigen Dokumente. Außerdem sollte er einen ausreichend hohen Widerstandsgrad mit Zertifizierung der ECB-S oder des VdS und ggf. Feuerschutz haben. Ein elektronisches Zahlenschloss ist empfehlenswert, da komfortabler zu bedienen als ein mechanisches und um die Vandalismus(-wahrscheinlichkeit) im Einbruchsfall zu senken.

Eine Übersicht mit Preisvergleich verschiedener sicherer Tresore, getrennt nach Typ, ist derzeit in Arbeit. Kommen Sie bald wieder vorbei! Vergessen Sie nicht, diese Seite zu Ihren Lesezeichen / Favoriten hinzuzufügen!